Pflegende Angehörige

 

Pflegende Angehörige sind eine tragende Säule unseres Gesundheitssystems. Oft unsichtbar, aber unverzichtbar. Menschen, die ihre Partnerinnen und Partner, Eltern oder andere nahestehende Personen zuhause begleiten und pflegen, leisten weit mehr als praktische Hilfe. Ihre Arbeit ist geprägt von Nähe, Verantwortung und grosser persönlicher Hingabe. Gleichzeitig ist sie häufig körperlich, emotional und sozial sehr anspruchsvoll. 

Eine unsichtbare Ressource von zentraler Bedeutung 

In der Schweiz übernehmen Hunderttausende diese Aufgabe. Die Leistungen pflegender Angehöriger sind nicht nur für die Betroffenen von unschätzbarem Wert, sie entlasten auch das Gesundheitssystem erheblich. Ohne ihren Einsatz stünde das System vor massiven Herausforderungen. Würden alle pflegebedürftigen Menschen institutionell versorgt, wären die Kosten für Gemeinden, Versicherungen und Familien deutlich höher. Zudem zeigt die Erfahrung, dass vielen Menschen nicht ins Alters- oder Pflegeheim, sondern selbstbestimmt zu Hause bleiben möchten. 

Diese Einschätzung teilt auch der Bund. Mit dem gesundheitspolitischen Grundsatz ambulant vor stationär wird klar festgehalten, dass Pflege und Betreuung wenn möglich im ambulanten Setting erfolgen sollen. Mit der Einführung von EFAS wird dieses Ziel zumindest teilweise strukturell unterstützt. Umso wichtiger ist es, dass die dafür notwendigen ambulanten Strukturen auch tatsächlich finanziert und gestärkt werden. 

Finanzierung unter Druck – mit weitreichenden Folgen 

Gleichzeitig beobachten wir mit Sorge, dass viele Kantone die Restkostenfinanzierung zunehmend kürzen. Diese Entscheide treffen insbesondere Spitex Organisationen, die pflegende Angehörige fachlich begleiten, anstellen und weiterbilden. Dadurch geraten genau jene Strukturen unter finanziellen Druck, die politisch und gesellschaftlich gestärkt werden müssten. 

Fehlt diese Finanzierung, wird die Unterstützung pflegender Angehöriger erschwert oder verunmöglicht. Das belastet nicht nur die Organisationen, sondern vor allem die Angehörigen selbst und jene Menschen, die bewusst zuhause gepflegt werden möchten. Kurzfristige Sparmassnahmen führen so zu langfristig höheren Kosten. Denn ohne tragfähige ambulante Angebote bleibt häufig nur der Weg ins Alters- oder Pflegeheim, mit deutlich höheren Ausgaben für Gemeinden und die öffentliche Hand. 

Aus unserer Sicht braucht es hier ein klares Umdenken. Pflegende Angehörige sind kein Sparposten, sondern ein zentraler Bestandteil eines funktionierenden, solidarischen und selbstbestimmten Pflegesystems. Wer ihre Unterstützung schwächt, riskiert die Stabilität des gesamten Systems. 

Mehr als Entlastung – echte Selbstbestimmung 

Bei IAHA sehen wir den Wert dieser Arbeit und setzen uns konsequent für die Selbstbestimmung der Menschen ein, die zuhause gepflegt werden möchten. Lebensqualität und Würde müssen im Zentrum stehen, nicht kurzfristige politische Überlegungen oder einseitig institutionelles Denken. Es braucht Lösungen, die familiäre Pflegebeziehungen stärken, echte Unterstützung bieten und pflegende Angehörige nicht an den Rand drängen.  

Politik und Medien – der Blick muss weiter gehen 

Themen wie die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf, finanzielle Absicherung oder psychosoziale Unterstützung müssen differenzierter und langfristiger diskutiert werden. Wer ambulant vor stationär will, muss auch bereit sein, die notwendigen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. 

IAHA – an Ihrer Seite 

Wir danken allen pflegenden Angehörigen für ihren täglichen Einsatz, ihre Geduld und ihre Verantwortung. Ihre Arbeit ist sinnvoll, wertvoll und verdient mehr als Anerkennung in Worten. IAHA setzt sich dafür ein, dass Ihre Leistungen gesehen werden, dass Unterstützung konkret und verlässlich ist und dass Ihre Stimme gehört wird. 

Wir stehen ein für ein Pflegesystem, in dem Selbstbestimmung, Wertschätzung und echte Unterstützung Hand in Hand gehen – für die Betroffenen ebenso wie für ihre Angehörigen. 

Kontaktinformationen

IAHA – International Association for Healthy Aging
info@iaha.ch
044 208 88 44
Seefeldstrasse 62, Zürich

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